Kann das Osterfeuer in Mühlhausen den Linden, die dort stehen, geschadet haben

21. März 2014 / in Meldung

Kann das Osterfeuer in Mühlhausen den Linden, die dort stehen, geschadet haben? Ja, behauptete im vorigen Jahr ein Anwohner im Doppeldorf Mühlhausen/Uelzen und forderte in einem Eilantrag an die Stadt, den Standort als Schauplatz des Dorf-Osterfeuers zu überprüfen.
Denn genau hier, wo auch in diesem Jahr wieder das traditionelle Osterfeuer für die Mühlhausener in den Himmel lodern soll, haben die Linden gelitten: Durch das Feuer der vergangenen Jahre hätten die Bäume Risse in der Rinde bekommen, und ihre Baumkronen seien auffallend klein. Das Ordnungsamt prüfte den Fall vor Ort – ohne negatives Ergebnis für den SSV, so dass das Osterfeuer im vergangenen Jahr munter brennen durfte. Aber der brauchtumskritische Anwohner hat mit seiner Causa Linde eine groß angelegte Osterfeuerüberprüfung erreicht: Konkret werden vor dem diesjährigen Osterfest sämtliche Brauchtumsfeuer stadtweit noch genauer als sonst unter die Lupe genommen, so dass mancher Verein jetzt zittert ob er sein beantragtes Feuer denn auch genehmigt bekommt. Aus Sicht vieler Mühlhausener ist es äußerst fraglich, ob die Linden auf dem Parkplatz tatsächlich wegen des verhältnismäßig kleinen Osterfeuers Schaden genommen haben: "Sie stehen dort seit 30 Jahren", weiß die Ortsveinsvorsitzende Bärbel Risadelli, "und sahen auch schon vor 20 Jahren leicht verkrüppelt aus." Wieso der mickrige Zustand der Bäume dem osterfeuerkritischen Anwohner freilich erst auffiel, nachdem das Osterfeuer abgebrannt war – ein Schelm, der Böses dabei denkt…
Mittlerweile ist der Lindenbstand übrigens dezimiert worden, da ein Baum – offenbar von einem Auto gerammt – umzustürzen drohte und entfernt werden musste.
In Hemmerde ist das traditionelle Osterfeuer bereits gestrichen worden. Den Standort in der Vöhde kann die Stadt nicht genehmigen, da der Mindestabstand von 100 Metern zur nächsten Waldfläche nicht eingehalten wird. Die Ev. Kirchengemeinde als Ausrichterin des Osterfeuers bekam beim Forstamt auch keine Ausnahmegenehmigung. Nun suchen die Hemmerde mit Hochdruck nach einem Ersatzstandort. Die Regeln fürs Abbrennen der Brauchtumsfeuer in Unna stehen derweil in der Kritik: Eine neue Satzung mit verschärften Regeln wurde im Dezember zunächst zurückgestellt, statt dessen wollte die Verwaltung zunächst mit Vereinen, Kirchen und anderen Osterfeuerveranstaltern das Gespräch suchen. Derzeit pilgern die Ordnungsamtmitarbeiter von Standort zu Standort, bisher wurden aber noch weder Genehmigungs- noch Ablehnungsbescheide verschickt. Es bleibt demnach abzuwarten, wie viele Ausrichter sich wie Hemmerde einen Ersatzstandort werden suchen müssen. Nach Ostern soll die neue Satzung dann in ihre Form gegossen werden. Die Stadt Unna hatte die Zahl der Osterfeuer in den vergangenne Jahren schon bewusst begrenzt – sie genehmigte nur noch Veranstaltungen mit Tradition, die jeder Bürger öffentlich besuchen kann. Vor vier Jahren flackerten noch 76, im vorigen Jahr noch 65 in den Osterhimmel – meist in gutem Einvernehmen durch Zusammenschluss von Vereinen.