Bauchgrummeln beim Schließungsbeschluss für Anne-Frank-Realschule

4. Dezember 2014 / in Meldung

Bauchgrummeln beim Schließungsbeschluss für Anne-Frank-Realschule
"Bei solch einer Entscheidung hat man schon Bauchgrummeln", bekannte Sebastian Laaser am Dienstagabend im Schulausschuss, kurz bevor das Gremium die Auflösung der Anne-Frank-Realschule formal besiegelte. Der Ratsvertreter aus Königsborn erinnerte sich noch gut an das 50-jährige Jubiläum der Schule an der Döbelner Straße. "Vor zwei Jahren erst haben wir es gefeiert." Doch der schleichende Akzeptanzverlust bei den Eltern lasse nun letztlich keine andere Alternative mehr zu, als die AFR sukzessive auslaufen zu lassen, bedauerte Laaser. "Das ist für uns alle ein schwerer Entschluss. Aber nach meiner Wahrnehmung war es vor allem die quälende Ungewissheitüber die weitere Zukunft, die an der Schule gezehrt hat." Ungewissheit darüber, ob das Schulgebäude nun doch noch einmal mit umfänglichem Aufwand saniert wird – was der Schulträger, die Stadt, finanziell einfach nicht leisten konnte und könne, verdeutlichte Laaser den aus SPD-Sicht richtigen Entschluss der Verwaltung, die Schließung vorzuschlagen. Zumal die Königsborner Realschule schon zum aktuellen Schuljahr nicht mehr genügend Anmeldungen bekam, um überhaupt einen neuen Fünftklässlerjahrgang bilden zu können. 34 Kinder reichten für die vorgeschriebene Zweizügigkeit nicht aus.
Der Auflösungsbeschluss wurde somit von breiter Mehrheit getragen. Einzige Realschule der Kreisstadt wird künftig die Hellweg-Realschule Massen sein (HRS). Diese benötigt, so betont die Schulkonferenz in ihrer Stellungnahme zur Schulentwicklung, für die zusätzlichen Schüler sechs weitere Unterrichtsräume, die entsprechenden Fach- und Kursräume ebenso wie Küchenräume und Sanitäranlagen. Die Schule mahnt an, dass die Ausbauplanungen umgehend beginnen müssen. Dezernent Uwe Kornatz bekräftigte die Entscheidung als richtigen Weg: Die Auflösung des Standorts Königsborn und die Zentrierung in Unna-Massen sichere die Schulform Realschule dauerhaft für die Kreisstadt ab und sei finanziell – hinsichtlich der Haushaltssicherung – der einzig realistische Weg.